
Jeff McBride, David Kaplan und ein besonderer Zauber im Circus- & Clownmuseum Wien
Der Jahreswechsel 2025/26 brachte dem Circus- & Clownmuseum Wien eine ganz besondere Form von Magie: Gleich mehrere internationale Top-Zauberkünstler, die in der Magic World Vienna engagiert waren, nutzten ihre freie Zeit, um das Museum zu besuchen und sich von der Welt des Circus und der Clownkunst inspirieren zu lassen. An der Spitze stand Jeff McBride aus Las Vegas – Headliner des Magic Winter Festival und Gründer der McBride Magic & Mystery School, einer der renommiertesten Zauberschulen der Welt. Gemeinsam mit dem amerikanischen Vaudeville-Magier David Kaplan und weiteren Künstlern betrat er unser Haus mit sichtbarer Neugier – und innerhalb kurzer Zeit wurde aus einem Rundgang ein spontaner Workshop.
Jeff McBride ist dafür bekannt, Maskenspiel, Kampfkunst-Elemente und hochpräzise Kartenmanipulation zu einer eigenen Form der Bühnenmagie zu verbinden. Als er im Museumscircus zu den Karten griff, verwandelte sich der Ausstellungsraum in eine Trainingsarena: Mit großer Geduld zeigte er, wie man Spielkarten kontrolliert über große Distanzen durch die Luft schleudert – nicht als Gag, sondern als gezielte Technik, mit der man das Publikum aktiv in die Magie hineinziehen kann. Bald standen alle Beteiligten nebeneinander und probierten; die Karten flogen, manche perfekt, manche mit komischem Absturz – und jedes Gelingen wie jedes Scheitern sorgte für gemeinsames Lachen.

Besonders viel Freude hatte dabei Ju Fool – Julian Swatosch, der nicht nur als Clown, sondern auch als Zauberkünstler jede Gelegenheit nutzt, Neues zu lernen. Man sah ihm an, wie er jeden Handgriff von Jeff aufsaugte: diesmal von Jeff als Kartenjongleur, ein anderes Mal von David Kaplan als Meister der Vaudeville-Comedy, der Bälle, Hüte und kleine Objekte scheinbar mühelos in Bewegung brachte.
David Kaplan, bekannt als „The Great Kaplan“, brachte die Energie des amerikanischen Varieté ins Museum: Er verbindet Zauberei, Jonglage, Musik und trockenen Slapstick zu einer unverwechselbaren Bühnenfigur, die klassischen Humor modern interpretiert. Für ihn war der Besuch eine Reise durch die Wurzeln seiner Kunst – von historischen Jonglierrequisiten bis zu Plakaten, die an jene Zeit erinnern, als Magier, Clowns und andere Artisten selbstverständlich gemeinsam im Circusprogramm standen. Während Jeff mit Karten experimentierte, griff David zu Bällen, Hüten und kleinen Objekten und zeigte Ju Fool und den anderen, wie sehr Jonglage und Magie sich überschneiden können, wenn man Timing und Charakter in den Mittelpunkt stellt.

Der vielleicht magischste Moment des Besuchs geschah jedoch, als Jeff McBride sein Handy zückte und via Facetime einen alten Kollegen anwählte: David Copperfield, den legendären Illusionisten aus Las Vegas, der in einem nicht öffentlich zugänglichen Museum eine der weltweit größten Sammlungen von Zauberrequisiten und -geschichte bewahrt. Plötzlich war Copperfield live mit Bild und Ton im Circus- & Clownmuseum Wien zu Gast; Jeff zeigte ihm Ausschnitte der Ausstellung, erzählte von der Geschichte des Hauses, und wir hatten die Möglichkeit, kurz mit David zu plaudern, ihm unsere Arbeit vorzustellen und ihn zu einem Besuch einzuladen. Für ein Museum, das sich der Geschichte des Circus, der Clowns und der magischen Künste widmet, war dieser Moment eine besondere Anerkennung – eine Verbindungslinie zwischen Las Vegas und Wien, zwischen Copperfields geheimem Magic Museum und unserem öffentlich zugänglichen Museumscircus.
Nicht minder wichtig waren jene Gäste, die längst zu guten Freunden des Hauses geworden sind: Thomas Otto, der deutsche Zauberkünstler und Moderator, der Klassiker der Zauberkunst mit eigenen Ideen und persönlichem Stil neu interpretiert und regelmäßig im Palazzo sowie auf anderen großen Bühnen zu sehen ist. Er bewegt sich im Museum mit der Ruhe eines Kollegen, der genau weiß, wie viel Geschichte in jedem Requisit steckt – und kehrt immer wieder nach Wien zurück, um neue Impulse zu holen und alte Verbindungen zu pflegen.
Ähnlich vertraut ist uns Kurt Freitag, Wiener Meister des Becherspiels, langjähriger Präsident des Magischen Circles, österreichischer und europäischer Meister der Zauberkunst. Früher Fleischermeister, heute „Magier aus Leidenschaft“, verkörpert er die Verbindung von Handwerk und Bühnenzauber; wenn er im Museum steht, kennt er viele der Plakate und Requisiten aus eigener Erinnerung. Gerade an diesem Kartenflug-Abend war seine Freude sichtbar: Zwischen Jeffs Las-Vegas-Technik und Davids Vaudeville-Charme brachte Kurt seine Wiener Präzision ein und zeigte, wie tief die magische Szene vor Ort mit unserem Haus verwurzelt ist.
Mit Andreas Sucker, PR-Manager der Ehrlich Brothers, war schließlich auch die Perspektive der großen modernen Illusionsshows präsent. Die Ehrlich Brothers haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie Zauberei zum Arena-Event für ein Millionenpublikum werden kann; Andreas denkt in Tourneeplänen, Lichtkonzepten und Großillusionen – und steht doch mit spürbarer Begeisterung vor historischen Apparaten und alten Circusplakaten. Dass jemand, der heute Mega-Shows mit aufbaut, immer wieder gern ins Circus- & Clownmuseum Wien zurückkehrt, ist für uns ein starkes Zeichen dafür, wie eng Vergangenheit und Gegenwart der Magie zusammengehören.

Dass sich Jeff McBride, David Kaplan, Thomas Otto, Kurt Freitag, Andreas Sucker und ihre Kolleginnen und Kollegen bei uns so wohl fühlten, hat viel mit der Atmosphäre des Hauses zu tun. Hier treffen historische Kostüme, Plakate und Requisiten auf eine Bühne, auf der regelmäßig Clownstücke, Comedy-Magic-Shows und literarisch-magische Entdeckungsreisen stattfinden – ein lebendiger Museumscircus, in dem die Grenze zwischen Geschichte und Gegenwart täglich neu überschritten wird. Wenn internationale Stars der Magie zwischen unseren Vitrinen stehen, Karten werfen, jonglieren, Facetime-Anrufe nach Las Vegas tätigen und dabei sichtbar Freude haben, bestätigt das uns in Wien: Die Welt braucht Clowns und Magier – und unser Museum ist ein Ort, an dem beide ihre Heimat finden.
Wir aus dem Circus- & Clownmuseum Wien sind dankbar, solche Freunde des Hauses immer wieder begrüßen zu dürfen – ihr Lächeln und ihre Begeisterung sind für uns die schönste Bestätigung unserer Arbeit.
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