Hinter den Kulissen: Arbeit im Fotoarchiv
Archivarbeit

Hinter den Kulissen: Arbeit im Fotoarchiv

31. Mai 2026
2 min

An einem der letzten Maitage hat sich Circus-Historiker Christoph Enzinger im Fotoarchiv des Circus- & Clownmuseums eingegraben. Auf seinem Tisch lagen Schwarzweiß-Fotos von Artistinnen und Artisten – Luftnummern, Handstände, Equilibristik und akrobatische Figuren, wie sie in dieser Form heute kaum noch gezeigt werden.

Wer einen Blick hinter die Kulissen wirft, sieht schnell, wie groß die Aufgabe ist: Mehrere Archivräume voller Regale, Mappen, Kartons und Ordner, dazu ein Büro, das gleichzeitig Arbeitsplatz und kleine Circusbilder-Galerie ist. Hier werden Fotos laufend sortiert, beschriftet und mit Programmzetteln, Plakaten und Notizen abgeglichen, damit später klar ist, welcher Artist, welche Truppe, welche Spielstätte oder welches Jahr zu sehen ist.

Die eigentliche Herausforderung liegt darin, dass ständig neues Material dazukommt: Nachlässen von Artisten, Schenkungen, Funde aus dem Antiquariat oder Ergänzungen zu bereits bekannten Nummern. Jedes einzelne Stück muss so in die bestehende Ordnung eingefügt werden, dass es nicht nur sicher aufbewahrt, sondern auch wiedergefunden werden kann – sei es für eine Ausstellung, eine Anfrage von Forschenden oder einen einfachen Blick in die Circusgeschichte.

Die Arbeit an diesen Fotos ist deshalb immer auch eine Arbeit an der Struktur der Sammlung: Jede sorgfältige Zuordnung schafft eine weitere Spur, die später jemand nachvollziehen kann – und verhindert, dass seltene Bilder in einem anonymen „Materialberg“ verschwinden.

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