
Die unglaubliche Reise der Fercos Brothers
Ein Hauch von Hollywood wehte kürzlich durch unser Museum, als die legendären Fercos Brothers beim Artistenstammtisch aus dem Nähkästchen plauderten. Es ist eine Geschichte über Mut, Raubtiere und den unbändigen Willen, die Welt zu erobern.

Der Sprung aus dem Osten
Alles begann in der damaligen Tschechoslowakei. In den 1960er Jahren startete die Familie Fercos ihre Karriere mit einer Nummer, die damals im Westen völlig neu war: der Russischen Schaukel. Ohne Sicherheitsnetze oder doppeltem Boden flogen die Kinder der Familie – darunter Ferdinand und Tony – durch die Zirkuskuppel. Ihr Vater, der Truppenchef und ein geschickter Geschäftsmann, hatte den richtigen Riecher: Er wusste, dass Artistik allein nicht reichte – man brauchte eine „Personality“, ein Gesamtpaket aus Kostüm, Musik und Ausstrahlung, um wirklich groß zu werden.

Entdeckt unter dem Zelt von Knie
Der große Wendepunkt kam bei einem Gastspiel in der Schweiz beim Circus Knie. Es war ein heißer Nachmittag, 40 Grad im Zelt, keine Klimaanlage. Doch die Fercos gaben alles. Im Publikum saß Lulu K. (Frederik Apcar), ein einflussreicher Produzent aus Las Vegas. Er sah die jungen Talente und wusste: Diese Truppe muss nach Amerika.
Plötzlich fanden sich die Brüder im Dunes Hotel wieder, dem damals führenden Haus in Las Vegas. Zwischen Legenden wie Elvis Presley und Frank Sinatra wurden sie selbst zu Stars. Ihr Name leuchtete an den riesigen Anzeigetafeln des Strips – ein Traum wurde wahr.

Magie, Jonglage und ein „Krieg“ mit Siegfried & Roy
In Las Vegas erfanden sich die Brüder immer wieder neu. Als die Schaukelnummer endete, stiegen sie ins Zaubergeschäft ein. Das blieb natürlich nicht unbemerkt. Die Konkurrenz war groß, und es gab sogar Spannungen mit den berühmten Siegfried & Roy. „Es gab einen richtigen Krieg“, erinnern sich die Brüder schmunzelnd. Man versuchte sogar, sie mit Anwälten zu stoppen, doch die Fercos ließen sich nicht beirren.
Währenddessen feilte Tony an seiner Tischtennisball-Jonglage mit dem Mund. Heute hält er den Weltrekord mit sieben Bällen – eine Leistung, für die er jahrelang sieben Tage die Woche ohne freien Tag trainierte. Einige seiner Original-Keulen und Tischtennisbälle können heute bei uns im Museum bewundert werden!

Leben mit den Königen des Dschungels
Besonders packend waren ihre Erzählungen über ihre Raubtiere. Leoparden, Löwen, Panther und Tiger gehörten zur Familie. „Sie spielten mit unseren Hunden und aßen mit unseren Zwergspitz-Hunden zusammen“, berichteten sie. Doch die Arbeit mit den Wildkatzen war lebensgefährlich. Ferdinand erinnert sich an einen dramatischen Vorfall, bei dem ein Tiger ihn während einer Show angriff, weil er eine Maske trug und das Tier ihn nicht erkannte. Die Bilanz: 300 Stiche, Blut auf dem Pult des Musikers und eine lebenslange Narbe. „Man darf den Respekt niemals verlieren“, so das Fazit der Profis.

Vom Strip in den Wiener Prater
Heute lebt Tony in Las Vegas, während Ferdinand in Wien eine ganz andere Institution leitet: den berühmten Fercos Biergarten im Prater. Ihr Vater hatte das Lokal bereits 1972 gekauft, mit der weisen Voraussicht, dass man nicht ewig Saltos schlagen kann.
Wer mehr über diese außergewöhnliche Familie erfahren möchte, kann sich die 90-minütige Dokumentation „Flying Fercos“ auf YouTube ansehen.

Erlebe die Stars hautnah!
Möchtest auch du solche spannenden Geschichten aus erster Hand hören? Unser Artistenstammtisch findet regelmäßig bei uns im Museum statt. Hier treffen sich Legenden der Circuswelt, aktive Artisten und Fans in gemütlicher Runde.
- Eintritt: Frei!
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Wir freuen uns auf deinen Besuch!
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