Wien und Budapest teilen ihre Circusschätze
Geschichte

Wien und Budapest teilen ihre Circusschätze

10. Jänner 2026
6 min

Am 10. Jänner 2026 fand im Budapester Großen Zirkus ein besonderer Moment der Circusgeschichte statt: Während der Pause der Ungarischen Show tauschten das Circus- & Clownmuseum Wien und das Ungarische Circuskunstmuseum – Bibliothek und Archiv des Fővárosi Nagycirkusz – kostbare Originale ihrer Sammlungen aus. 27 historische ungarische Zirkusplakate und zwei ungarische Kostümsätze wechselten aus Budapest nach Wien, im Gegenzug kehrten 27 seit 1957 in Wien bewahrte Plakate und zwei komplette Kostüme der Halassy-Springboard-Gruppe „nach Hause“ ins ungarische Museum zurück.

Der Artefaktentausch wurde von unserem Museologen Christoph Enzinger und der Direktorin des Ungarischen Circuskunstmuseums, Joó Emese, feierlich durchgeführt. Sichtbar wurde dabei, wie eng die Sammlungen beider Häuser miteinander verbunden sind: Die Halassy-Kostüme – handbemalte Bühnenkleidung aus den 1960er-Jahren samt Stiefeln – sind Teil der Wiener Sammlung, während viele der ungarischen Plakate über Jahrzehnte als Leihgaben in Wien präsent waren und nun wieder in Budapest zu sehen sind.

Rechtlich erfolgte der Austausch im Rahmen einer ordnungsgemäß dokumentierten Vereinbarung und eines Vertrages zwischen den Institutionen – der erste seiner Art in der siebenjährigen Geschichte des Ungarischen Circusmuseums. Dadurch wird die dortige Museumssammlung um zahlreiche zusätzliche Exponate der Halassy-Gruppe erweitert, die bisher nicht zur Kernsammlung gehörten; zugleich können wir in Wien in unserer aktuellen Ausstellung zwei vollständige Halassy-Kostümsätze aus der eigenen Sammlung zeigen.

Joó Emese dankte allen, die das Ungarische Circuskunstmuseum mit ungarischen Relikten unterstützen und damit dazu beitragen, das Erbe der ungarischen Circuskunst im eigenen Land sichtbar und zugänglich zu machen. Christoph Enzinger wiederum betonte, wie wichtig solche gezielten Objekt-Tauschaktionen für die Museumsarbeit sind: Sie schließen Lücken in beiden Sammlungen und stärken den Aufbau nationaler Bestände zur Zirkusgeschichte, indem sie breitere Kontexte eröffnen und professionelle Partnerschaften vertiefen.

Aus Sicht des Circus- & Clownmuseums Wien ist diese Zusammenarbeit mit dem Fővárosi Nagycirkusz ein Schritt, der über einen einmaligen Tausch hinausweist. Er zeigt, wie eng die Circusgeschichte Österreichs und Ungarns miteinander verflochten ist – und wie sehr wir gemeinsam davon profitieren, wenn Sammlungsstücke dorthin wandern, wo sie historisch und kulturell am besten verankert sind, ohne die Verbindung nach Wien zu verlieren. Wir freuen uns darauf, diese Partnerschaft in den kommenden Jahren weiter auszubauen – mit neuen Projekten, Ausstellungen und vielleicht weiteren Reisen unserer Circusschätze zwischen Donau und Theiß.

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